Viszerales und subkutanes Fett: Was sie unterscheidet und warum es wichtig ist
    Körperfett und Fettgewebe
    viszerales Fett
    Taillenumfang
    Bauchfett

    Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

    Bauchfett vs. Unterhautfett: Warum der Ort zählt

    Wenn es um Körperfett geht, ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern vor allem der Ort, an dem es sich befindet. Unser Körper speichert Fett an verschiedenen Stellen, und diese unterschiedlichen Fettdepots haben erstaunlich verschiedene Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die zwei Hauptarten von Fettgewebe sind Unterhautfett, das direkt unter der Haut liegt, und inneres Bauchfett, das tief im Bauchraum um die Organe herum eingelagert ist.

    Während beide Fettarten eine Rolle in unserem Körper spielen, unterscheiden sie sich erheblich in ihrer Wirkung auf unsere Gesundheit. Das Verständnis dieser Unterschiede kann uns helfen, bessere Entscheidungen für einen gesünderen Lebensstil zu treffen.

    Was ist Unterhautfett?

    Unterhautfett ist das Fettgewebe, das direkt unter der Haut liegt und etwa 90 Prozent unseres gesamten Körperfetts ausmacht. Es ist das Fett, das Sie fühlen können, wenn Sie Ihre Haut zusammendrücken. Dieses Fett verteilt sich über den ganzen Körper, findet sich jedoch besonders an Oberschenkeln, Gesäß, Hüften und Armen.

    Die wichtigsten Aufgaben des Unterhautfetts

    Energiespeicherung: Es speichert überschüssige Kalorien, die bei Bedarf wieder freigesetzt werden können. Diese Fettspeicher dienen als langfristige Energiereserve, besonders wichtig während Fastenphasen oder bei erhöhtem Energiebedarf.

    Wärmeregulation: Das Unterhautfett wirkt als Isolierschicht und schützt den Körper vor Kälte. Es hilft, die Körpertemperatur konstant zu halten, besonders in kalten Umgebungen.

    Schutzfunktion: Es polstert den Körper und schützt Muskeln, Knochen und Organe vor äußeren Stößen und Verletzungen.

    Hormonbildung: Unterhautfett ist nicht nur ein passiver Energiespeicher, sondern bildet auch wichtige Botenstoffe. Es produziert Hormone wie Leptin, das den Appetit reguliert, und andere Stoffe, die die Verarbeitung von Zucker im Körper verbessern und Entzündungen hemmen.

    Was ist inneres Bauchfett?

    Inneres Bauchfett hingegen liegt tief im Bauchraum und umgibt lebenswichtige Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm und Nieren. Obwohl es nur etwa 10 Prozent des gesamten Körperfetts ausmacht, hat es einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf unsere Gesundheit.

    Dieses tiefe Bauchfett ist mit bloßem Auge nicht sichtbar und lässt sich auch nicht durch einfaches Tasten feststellen. Menschen mit normalem Körpergewicht können dennoch zu viel inneres Bauchfett haben, ein Zustand, der manchmal als "schlank, aber ungesund" bezeichnet wird.

    Inneres Bauchfett unterscheidet sich grundlegend vom Unterhautfett. Es ist biologisch sehr aktiv und produziert eine Vielzahl von Botenstoffen, die den gesamten Stoffwechsel beeinflussen können.

    Warum inneres Bauchfett gefährlicher ist

    Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Fettarten liegt in ihrer Aktivität und ihrer Auswirkung auf die Gesundheit. Inneres Bauchfett ist weitaus aktiver und produziert eine Reihe von entzündungsfördernden Stoffen, die das Risiko für ernsthafte Gesundheitsprobleme erhöhen.

    Probleme mit dem Blutzucker und Diabetes

    Inneres Bauchfett gibt Fettsäuren direkt in die Blutbahn zur Leber ab. Dies stört die Verarbeitung von Zucker im Körper und führt dazu, dass die Zellen schlechter auf Insulin reagieren. Das ist ein Hauptrisikofaktor für Typ-2-Diabetes. Studien zeigen, dass Menschen mit erhöhtem inneren Bauchfett ein deutlich höheres Risiko haben, diese Störung zu entwickeln, selbst wenn ihr Gesamtgewicht normal ist.

    Herz- und Gefäßerkrankungen

    Inneres Bauchfett produziert entzündungsfördernde Stoffe. Diese fördern Ablagerungen in den Blutgefäßen, indem sie die Gefäßwände schädigen. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen in den Beinen steigt deutlich an.

    Stoffwechselprobleme

    Ein erhöhter Anteil an innerem Bauchfett ist ein Kernmerkmal des sogenannten Stoffwechselsyndroms, einer Kombination von Risikofaktoren, die zusammen das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes erhöhen. Zu diesen Faktoren gehören erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, ungünstige Cholesterinwerte und Bauchfett.

    Fettleber

    Die Nähe des inneren Bauchfetts zur Leber bedeutet, dass die freigesetzten Fettsäuren direkt zur Leber gelangen. Dies kann zur Fettleber führen, die von einfacher Fetteinlagerung bis hin zu Entzündungen, Vernarbung und sogar schweren Leberschäden fortschreiten kann.

    Dauerhafte Entzündung

    Inneres Bauchfett gibt kontinuierlich entzündungsfördernde Moleküle ab, die einen Zustand ständiger Entzündung im ganzen Körper erzeugen. Diese anhaltende Entzündung ist mit zahlreichen chronischen Krankheiten verbunden, einschließlich bestimmter Krebsarten, Erkrankungen des Nervensystems und beschleunigter Alterung.

    Wie man inneres Bauchfett erkennt

    Da inneres Bauchfett nicht sichtbar ist, ist es wichtig, andere Methoden zur Beurteilung zu verwenden. Der Taillenumfang ist ein einfacher und praktischer Hinweis auf inneres Bauchfett. Bei Männern gilt ein Taillenumfang von über 94 Zentimetern und bei Frauen von über 80 Zentimetern als erhöht. Werte über 102 Zentimetern bei Männern und 88 Zentimetern bei Frauen weisen auf ein deutlich erhöhtes Risiko hin.

    Genauere Messungen können durch Untersuchungen wie Computertomographie oder Kernspintomographie erfolgen, die jedoch in der Praxis weniger üblich sind. Das Verhältnis von Taille zu Hüfte ist ein weiterer nützlicher Wert, wobei Werte über 0,90 bei Männern und 0,85 bei Frauen auf erhöhtes inneres Bauchfett hindeuten.

    So können Sie inneres Bauchfett abbauen

    Die gute Nachricht ist, dass inneres Bauchfett besonders gut auf Änderungen im Lebensstil anspricht. Im Gegensatz zu Unterhautfett, das hartnäckiger sein kann, reagiert inneres Bauchfett relativ schnell auf Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen.

    Ernährung

    Eine ausgewogene Ernährung mit einem Schwerpunkt auf Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, magerem Eiweiß und gesunden Fetten ist entscheidend. Die Verringerung von tierischen Fetten und der vollständige Verzicht auf gehärtete Fette können helfen, inneres Bauchfett zu reduzieren. Die mediterrane Küche, reich an Olivenöl, Fisch, Nüssen und pflanzlichen Lebensmitteln, hat sich als besonders wirksam erwiesen. Studien zeigen, dass der Ersatz von tierischen Fetten durch mehrfach ungesättigte Fette die Einlagerung von innerem Bauchfett verringern kann.

    Körperliche Aktivität

    Regelmäßige Bewegung, besonders Ausdauertraining, ist äußerst wirksam beim Abbau von innerem Bauchfett. Schon einfache Aktivitäten wie zügiges Gehen für 30 Minuten täglich können große Verbesserungen bewirken. Krafttraining ergänzt das Ausdauertraining optimal, da es den Muskelaufbau fördert und den Grundumsatz erhöht.

    Stressbewältigung

    Dauerhafter Stress führt zu erhöhten Werten des Stresshormons Cortisol, was die Einlagerung von innerem Bauchfett begünstigt. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

    Ausreichend Schlaf

    Schlafmangel wird mit erhöhtem inneren Bauchfett in Verbindung gebracht. Erwachsene sollten sieben bis neun Stunden guten Schlaf pro Nacht anstreben. Regelmäßige Schlafzeiten unterstützen den Hormonhaushalt und helfen bei der Gewichtsregulation.

    Alkohol einschränken

    Zu viel Alkohol wird mit erhöhtem Bauchfett in Verbindung gebracht. Die Einschränkung des Alkoholkonsums kann zum Abbau von innerem Bauchfett beitragen.

    Fazit

    Der Ort des Körperfetts ist genauso wichtig wie seine Menge. Während Unterhautfett relativ harmlos ist und wichtige Funktionen erfüllt, stellt inneres Bauchfett ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Es ist eng mit Problemen bei der Zuckerverarbeitung, Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen und andauernden Entzündungen verbunden.

    Die gute Nachricht ist, dass inneres Bauchfett durch gezielte Änderungen im Lebensstil reduziert werden kann. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Stressbewältigung und ausreichend Schlaf sind wirksame Strategien. Schon kleine Änderungen können bedeutende gesundheitliche Verbesserungen bringen und das Risiko für chronische Krankheiten deutlich verringern.

    Wenn Sie Bedenken bezüglich Ihres Körperfetts haben, insbesondere wenn Ihr Taillenumfang erhöht ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eine frühzeitige Beratung kann helfen, ernsthafte Gesundheitsprobleme zu verhindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

    Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Konsultieren Sie bei individuellen Gesundheitsfragen immer einen qualifizierten Arzt.

    TB

    PD Dr. med. Tobias Bobinger

    Medizinischer Leiter

    PD Dr. med. Tobias Bobinger ist Arzt mit langjähriger klinischer Erfahrung in der Akutversorgung und in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Infektsymptomen, darunter auch Fieber. Als medizinischer Leiter verantwortet er beim Fieberratgeber die fachliche Prüfung der Inhalte und stellt sicher, dass Empfehlungen verständlich, alltagstauglich und medizinisch korrekt sind.

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